Evolution verläuft schneller als Darwin vermutete

„Es ist nicht die stärkste Spezies die überlebt auch nicht die intelligenteste sondern eher diejenige die am ehesten bereit ist sich zu verändern.“

Charles Darwin

Vor etwas mehr als 100 Jahren waren noch wenige Haushalte mit einem Telefon oder gar einem Auto ausgestattet. Und einige Jahrzehnte davor wussten die Menschen noch nicht einmal, dass es so etwas gibt. Inzwischen hat sich unsere Welt rasant verändert. Fast jeder hat ein Auto. Wir alle sind mit Telefon, Smartphones und Internet ausgestattet. Wir stehen mit Menschen rund um die Welt in Kontakt und können Nachrichten in kürzester Zeit um die ganze Welt schicken. Allein diese Entwicklung ging in den letzten 30 Jahren in Riesenschritten voran.

Es gibt immer mehr Wissen auf dieser Welt. Die Menge an Informationen auf diesem Planeten wächst schneller, als es sich die Menschen, die im 17. Oder 18. Jahrhundert lebten überhaupt vorstellen konnten. Damals gab es noch so etwas wie Universalgelehrte. Und heute weiß jeder Intellektuelle, dass es vollkommen sinnlos ist, ein solches Ziel überhaupt ins Auge zu fassen. Zudem veraltet das Wissen schneller.

Und musste in der Industriegesellschaft, der Mensch an die industriellen Abläufe und Prozesse angepasst werden. So gilt es heute, die Prozesse an den Menschen anzupassen. Pünktlichkeit, Fleiß und Gehorsam waren damals die Kardinalstugenden, mit denen man es zu etwas bringen konnte. Wer einmal einen Beruf erlernte und einen Arbeitsplatz hatte, konnte sicher sein, in diesem Beruf bis zu seinem Lebensende zu arbeiten. Das im Beruf erlernte Wissen war standardisiert und veraltete langsam.

Heute wissen wir, dass dies nicht mehr der Fall sein wird. Trendforscher beschrieben bereits in den 80iger Jahren des letzten Jahrhunderts, dass Menschen in ihrem Berufsleben der Zukunft wohl drei bis vier Berufe erlernen werden. Und heute sind eher Flexibilität, Kreativität, Veränderungsbereitschaft und Neugier die Tugenden die auf dem Arbeitsmarkt – oder im Leben an sich – gefordert sind. Tugenden, die resilienter machen.

Wir sind in einer Wissensgesellschaft angekommen. Und als Universalgelehrten müsste man heute eher jemanden bezeichnen, der mit Wissen und Nichtwissen souverän umgehen kann. Menschen die Fragen stellen können und neue Möglichkeiten erschaffen. Heute brauchen wir Menschen mit spontanen Problemlösekompetenzen, also einer Fähigkeit mit Situationen umzugehen, die in dieser Form zum ersten Mal auftreten. Heute brauchen wir ganzheitlich gebildete Persönlichkeiten.

Und das bedeutet, dass Lernen heute nicht mehr „Auswendig lernen“ ist, sondern Kompetenzerwerb. Persönliche Kompetenzen sind gefragt. Empathie, also die Fähigkeit sich in andere Menschen hineinzuversetzen – eine Kompetenz, die keine Maschine wird ersetzen können. Und intrinsische Motivation: Neugier und Begeisterung. Wer intrinsisch motiviert ist, muss nicht über Belohnung und Bestrafung angetrieben werden, sondern findet Befriedigung in der Tätigkeit an sich.

Zudem erleben wir gerade die Entstehung eines völlig neuen Bewusstseins. Eines Bewusstseins, das Menschen hilft, sich in einer Welt zurecht zu finden, die immer komplexer wird und sich immer schneller verändert.

Der integrale Ansatz umschreibt, wie alle Kulturen, Weisheitstraditionen und Wissenschaften der Welt sinnvoll zusammenpassen und zu einem neuen, stimmigen Weltbild zusammengefügt werden. Mit der integralen Perspektive gewinnen wir neue Einsichten, erkennen uns bislang verborgene Zusammenhänge und Wechselwirkungen. Kurz: Wir erhalten eine umfassendere Sicht unserer Welt. Dieses Wissen ermöglicht uns Menschen und Situationen besser zu verstehen und gibt uns neue Handlungsmöglichkeiten für unser Berufs- und Privatleben.

Und dafür ist Lebenslanges Lernen eine der Grundvoraussetzungen für die schnellen Entwicklungen unserer Zeit.

„Lebenslanges Lernen“ klingt für manche immer noch wie eine Bedrohung. Für leidenschaftlich neugierige Menschen, ist es jedoch ein Schlüssel zu einem spannenden und glücklichen Leben. Denn sie wissen: Es gibt immer viel zu entdecken.

Und dabei ist die Überwindung unserer alten Denk- und Verhaltensmuster die größte Herausforderung.

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