Ich denke, also bin ich – Descartes Irrtum

„Wie wir uns ständig uns selber, anderen und der Welt entfremden, indem wir unser gegenwärtiges Erleben in verschiedene Teile zerlegen, die durch Grenzen getrennt sind. Wir spalten unser Gewahrsein künstlich in Abteilungen auf: Subjekt/Objekt, Leben/Tod, Leib/Seele, Inneres/Äußeres, Verstand/Gefühl – eine Trennungslegung, die zur Folge hat, dass ein Erleben das andere einschneidend stört und das Leben sich selbst bekämpft. Das Ergebnis ist einfach Unglücklich sein, auch wenn man ihm viele andere Namen gibt.“

Ken Wilber

 

Wir nehmen in unserer Gesellschaft die Vorstellung „objektiver Tatsachen“ und „subjektiver Einstellungen“ als gegeben hin. Es gab jedoch eine Zeit in der Geschichte, in der die meisten Menschen nicht die Unterscheidung zwischen objektiv und subjektiv machten. Es war im 17. Jahrhundert der französische Gelehrte René Descartes, der dieses Denken aufbrachte. Er hinterfragte die Beziehung zwischen einem physischen Körper und einem nicht-physischen Bewusstsein. Dadurch kam Descartes zu der Vorstellung, dass zwischen beidem ein radikaler Unterschied bestünde. Geist und Materie waren für ihn verschiedene Größen, die aus verschiedenen Substanzen bestehen. Materie war für ihn natürlich. Geist übernatürlich.

Das war zunächst eine sehr hilfreiche Unterscheidung, denn sie gab den Europäern eine neue „objektive“ Sicht auf die Welt, die sich sehr stark von der mythologischen Sichtweise des Mittelalters unterschied. Sobald Geist und Materie getrennt waren, konnte die objektive Welt wissenschaftlich untersucht werden.

Durch die Trennung von Geist und Materie setzte Descartes praktisch eine wissenschaftliche Revolution in Gang.

Auf einmal schien diese Welt „da draußen“ weit größer und bedeutsamer zu sein, als die subjektive Welt in den Köpfen der Menschen. Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass Wissenschaftler, die sich auf das objektive Universum konzentrierten, das nicht-physische innere Phänomen des Bewusstseins oft als „nur subjektiv“ bezeichneten.

Auch heute noch haben in unserer Vorstellung sehr oft objektive Dinge einen weit höheren Grad von Wirklichkeit und Bedeutung als subjektive.

Und so galt auch lange Zeit die Vorstellung, man könne Geist und Materie trennen – besser gesagt Kopf und Körper.Descartes Gefühle und Verhalten.

Du kennst mit Sicherheit auch Sätze wie „Gefühle haben im Business nichts verloren“ oder die Mär des lediglich rational funktionierenden Menschen.

Ebenso hartnäckig hielt sich, die auf diesen Vorstellungen aufbauende These Frederick Taylors des  Scientific Managements. Taylor war der Meinung, Menschen würden lediglich arbeiten um Geld zu verdienen und menschliche Arbeit ließe sich genau so planen und steuern, wie maschinelle Arbeit. Ebenso wäre es möglich, anhand wissenschaftlicher Methoden die beste Art und Weise zur Ausführung eines Arbeitsschrittes zu ermitteln.

Einige dieser Denkweisen ziehen sich bis heute durch unser Leben.

Mit fatalen Folgen: Die Burn-out-Raten nehmen zu. Mehr als 80 Prozent der Krankmeldungen in deutschen Unternehmen sind psychisch bedingt.

Immer mehr Menschen fragen nach dem Sinn. Immer mehr Menschen beschäftigen sich mit Spiritualität um dadurch entscheidende Antworten für ihr Leben zu finden.

Descartes2Eine integrale Perspektive bezieht das individuelle wieder mit ein. Der integrale Ansatz umschreibt, wie alle Kulturen, Weisheitstraditionen und Wissenschaften der Welt sinnvoll zusammenpassen und zu einem neuen, stimmigen Weltbild zusammengefügt werden. Mit der integralen Perspektive gewinnen wir neue Einsichten, erkennen uns bislang verborgene Zusammenhänge und Wechselwirkungen. Kurz: Wir erhalten eine umfassendere Sicht unserer Welt. Dieses Wissen ermöglicht uns Menschen und Situationen besser zu verstehen und gibt uns neue Handlungsmöglichkeiten für unser Berufs- und Privatleben.

Im Sinne der integralen Theorie hat Spiritualität auch nichts mit bloßen Glaubensinhalten im Sinne einer Religion oder religiösen Überzeugung zu tun.

Für uns hat Spiritualität etwas mit tatsächlichen Erfahrungen zu tun. Aus der integralen Perspektive bedeutet Spiritualität persönliches Wachstum, Schulung des eigenen Bewusstseins und einem Erwachen zum eigenen Selbst. Persönliches Wachstum bedeutet eine Ausdehnung und Erweiterung des eigenen Blickfelds, ein Weiterwerden der eigenen Grenzen – nach Außen in Bezug auf den Weitblick, nach Innen in Bezug auf die Tiefe.

Dazu arbeiten wir aktiv in zwei Bereichen: Der vergangenheitsbasierten Art des Seins und den zukünftigen gewünschten Ergebnissen. Dadurch werden in kurzer Zeit sehr gute Ergebnisse erzielt. Diese Methode basiert auf den Prinzipien der Subjekt-Objekt-Theorie der menschlichen Entwicklung. Durch diese Arbeit, in der Menschen sich explizit und objektiv zu sich selbst sehen  können, kann der Klient radikal in gesündere, produktivere, zutiefst befriedigende und erweiterte Lebensstile übergehen. Menschen erhalten dadurch die Möglichkeit lang anhaltende Muster zu verschieben, die sich unbeweglich angefühlt haben.

Es funktioniert. Immer. Kraftvoll. Nachhaltig.

 

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