Make that change

Kürzlich zeigte mir eine Freundin, die mehrere Jahre Entwicklungshilfe in Afrika leistete, ein Foto, das den Kontrast unserer auf Konsum angelegten Gesellschaftsordnung, prägnant auf den Punkt brachte.

Das Bild zeigte ein etwa 10jähriges afrikanisches Mädchen, das seinen Lebensunterhalt und wohl auch den seiner Familie, auf einem Baumwollfeld verdienen musste. Dieses Kind trug ein Kleid – das eigentlich ein T-Shirt war – mit der Aufschrift

„Shopping is my passion“

Ein T-Shirt, das wohl sein Trageende in der Individual- und Industriegesellschaft, in einem Lumpensack gefunden hat, der dann seinen Weg Richtung Süden antrat.

Unsere Gesellschaft hat im letzten Jahrhundert eine starke Wandlung in die Industriegesellschaft und den Individualismus erfahren. Die großen Verheißungen waren unbegrenzter Fortschritt, materieller Überfluss, größtmögliches Glück und uneingeschränkte persönliche Freiheit.

Eine Wandlung und ein Fortschritt, den wir Außen vollzogen. Dazu wurde uns eine Regel mitgeteilt:

 „Machen – Haben – Sein“

„Du musst erst arbeiten, damit du Geld hast, um unabhängig zu sein“

„Wenn du dir einen Partner suchst, kannst du Familie haben und dann glücklich sein“

„Du musst arbeiten, damit du sparen kannst, dann kannst du reich sein“

 

Scheinbar erhalten wir das SEIN erst, wenn wir uns an die Reihenfolge halten

  • Erst dann sind wir glücklich.
  • Erst dann sind wir unabhängig.
  • Erst dann sind wir reich.

Diese Reihenfolge hält uns in einem Prozess fest, der uns dazu bringt, unsere Verpflichtungen zu erfüllen. Das gewünschte Ziel tritt nicht ein. Und da wir an die Regel glauben, produzieren wir weiter……und weiter……und weiter…..

Wir definieren unser SEIN über das HABEN.

Eine hervorragende Darstellung dieses Denkens gab der Philosoph Max Stirner: „(…)Menschen werden darüber ebenfalls in Dinge verwandelt. Selbst das Verhältnis untereinander nimmt Besitzcharakter an. Der Individualismus, der im positiven Sinn Befreiung von gesellschaftlichen Fesseln bedeutet hätte, läuft im negativen Sinn auf „Selbst-Besitz“ hinaus – das Recht und die Pflicht, seine Energie in den Dienst des eigenen Erfolgs zu stellen.“

Das Wesentliche ist nicht mehr der Inhalt, aus dem das eigene „Ich“ besteht, sondern die Tatsache, dass wir auch unser „Ich“ als Ding empfinden, das wir besitzen und dass dieses Ding die Basis unserer Identitätserfahrung ist. Dieses Ding können wir grenzenlos optimieren und durch weiteren Konsum aufpeppen.

Dieser Konsum richtet sich nicht mehr auf konkrete Objekte, die wir brauchen oder an denen wir hängen. Dieser Konsum ist in weiten Teilen Symbol für unseren Status, eine Ausdehnung unseres „Ich“.

Wir konsumieren, als würden wir dadurch faktisch ein neues Teil-Ich erwerben. Da wir vergessen haben, wer wir in unserem tiefsten SEIN tatsächlich SIND, brauchen wir das Bedürfnis nach neuen Reizen, da die alten schnell schal und uninteressant werden.

Ein SEIN, das auf HABEN basiert, kann sich nicht entwickeln. Es hat gelernt zu produzieren und zu konsumieren.

Über ein

Machen – Haben – Sein

sind wir manipulierbar.

Wenn wir erst HABEN müssen um zu SEIN führt das zu einer zunehmenden inneren Leere, die uns zu noch mehr Konsum verleitet. Statt wirklicher Freiheit und unabhängiger Herr über unser Leben zu sein, sind wir Räder im Getriebe einer Konsumindustrie geworden.

Diese Formel führt zu einem Transhumanismus, zu einer Entartung des Menschen.

Die wirkliche Formel hat eine umgekehrte Reihenfolge. Schon Laotse sagte

„Der Weg zum Tun ist zu SEIN“

Wenn wir den Prozess der Bewusstseinserweiterung und der inneren Arbeit aktivieren – also unserem SEIN Priorität einräumen, erhalten wir direkten Zugang zu unseren Gefühlen, Ressourcen, Begabungen, Talenten und Fähigkeiten.

Bei jeder neuen mehrmonatigen Weiterbildung lege ich drei leere Flipcharts auf den Boden, die die Teilnehmer mit ihren Zielen und Wünschen beschriften dürfen. Auf diesen Charts finden sich immer Worte wie Liebe, Glück, Geborgenheit, Vertrauen, Zugehörigkeit, Freundschaft…….

All diese Werte und Gefühle entstammen dem SEINS-Modus. Worte aus einer Welt jenseits des Habens.

Alle Weisheitslehrer und Religionsstifter (religio = Rückverbindung) dieser Welt sind sich darüber einig: Es ist nicht die Anhäufung von immer mehr Waren, von immer mehr Besitz, die den Menschen glücklich machen.

Inzwischen sind wir in einer Welt angekommen, in der die Frage HABEN oder SEIN keine Wahl mehr ist. Es ist unsere Pflicht. Eine Anhäufung von immer mehr Waren, gibt unser Planet nicht her. Der Wandel vom HABEN zum SEIN ist inzwischen eine existenzielle Entscheidung.

Die korrekte Formel lautet also

SEIN – TUN – HABEN

Und so steht auch unsere Welt inzwischen vor der Aufgabe eine Ökonomie des HABENS in eine Ökonomie des SEINS zu transformieren und das wird mit Sicherheit nicht das Aus der Ökonomie als solche sein, sondern lediglich der Ökonomie des alten Denkens.

Die Transformation vom HABEN zum SEIN wird DAS große Thema unserer Zeit werden.

Make that change

Wie?

Wirf mal einen Blick in unsere Seminare und werde Teil einer Gemeinschaft, die erkannt hat, dass ein starkes WIR ein starkes ICH braucht und die einen wichtigen Beitrag für eine Welt, in der auch unsere Enkelkinder gerne leben, leistet.

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